Montag, 3. Juni 2013

Um 2.13 Uhr in der Nacht kam das Wasser............


Hier ein kurzer Zwischenbericht. Um 2.13 Uhr in der Nacht kam das Wasser mit aller Kraft. Aus dem Sicherheitsschacht unten an Kamin lief das Wasser, als hätten wir vergessen, den Wasserhahn zuzumachen. Trotz Abpumpschacht mit laufender Pumpe und wir drei beim Auffangen und Auswinden mit Handtüchern etc., schafften wir es nicht, dem Wasser Herr zu werden. Unser Keller lief auf 10cm Höhe voll, trotz Dauerbetrieb der Pumpe. Es ist, als hätte sich ein alter Bachrinnsal aufgetan und der will bei uns durch und das mit einer Wahnsinnswucht.

 Hier kommt das Wasser aus dem Sicherheitsschacht unten vom Kamin raus.

Und da läuft es in den Abpumpschacht, nachdem es quer durch den ganzen Keller gelaufen ist. Als wir die Bilder machten, standen wir zu dritt beim Auswringen und hier kam das Wasser noch in einem winzigen Rinnsal aus dem Ofenloch. Heute über Tags sprudelte locker die 3-4 fache Menge heraus.


Es läuft immer noch wie blöd, schlimmer als in der Nacht und das den ganzen Tag lang. Es wäre alles nicht so schlimm, wenn im Keller nicht die Sachen von meiner Mama, von meinem Papa und von uns wären. Nachdem 60 Jahre kein Wasser im Keller war, steht alles auf dem Boden und der Keller ist gut vollgeräumt. 

Als wir damals aus Not bei meiner Mama einzogen, war das Haus in zwei Wohnungen aufgeteilt. Unten meine Oma und oben meine Mama. Meine Mama konnte einige Monate vor unserem Einzug aufgrund eines Schlaganfalls, der das Alzheimer rapide beschleunigte, nicht mehr alleine leben. Wir nahmen sie zu uns in das Bauernhaus, in dem wir damals erst ein Jahr wohnten. Dort stellte sich dann heraus, dass es laut Gutachten mit Wasser in den Wänden und Schimmel vollgesaugt war. Also hieß es ausziehen, aber wohin? Zur Mama ins Haus, das stand zwar rappelvoll, aber immerhin wohnte keiner drin.
Denn meine Oma ging in der Zwischenzeit auch ins Altersheim und nahm nur das Wichtigste mit. Somit war das Haus mit zwei kompletten Wohnungen eingeräumt und dann hieß es ausräumen. Wir mussten dann innerhalb eines Monats alles in den Keller, den Speicher und in die Garagen räumen und uns auch noch von 240 Quadratmetern auf 138 runter reduzieren und einziehen. Das war der Wahnsinn. Zu allem Übel musste damals in dem Monat auch noch die Heizung gemacht und unten die Wohnung geweißelt werden. Meine liebe Schwester und ihr Freund halfen uns, soweit es möglich war. Sie waren eigentlich jedes Wochenende da. Obwohl sie einfach zu uns mehr als eine Stunde fuhren. Sie schmissen alles über den Haufen und das zwischen Mitte Dezember und Mitte Januar, um uns zu helfen. Ich könnte die zwei immer noch durchknuddeln für ihre Hilfe.
Dann brauchten wir eine Pause und nun werkeln, räumen und bauen wir schon eine Zeit um, aber der Keller war ja gut eingeräumt, der sollte dieses Jahr im Sommer dann dran sein. 
Tja vieles kommt anders, als man es plant. 

Wir sind k.o. und deprimiert. Alles ist aufgeweicht, voll Wasser gesogen und kein Ende ist in Sicht. Momentan ist der Frust ganz schön groß. Aber ein Unterstellplatz ist gefunden, der erste Hänger ist voll und ab morgen Mittag können wir dann in unseren Ausweichplatz rein. Den in unserer Garage ist kaum ein freier Platz und so können wir dort nichts auf die Schnelle hinstellen. 
Derweilen steigt stetig das Wasser……….
Gott sei Dank beinhaltet die Wohngebäudeversicherung einen Elementarschaden. Damit bekommen wir den Keller trocken. Aber in der Hausratversicherung steht nicht explizit Elementarschaden drin und somit wird nichts ersetzt und alle Unkosten, die wir zusätzlich haben, werden nicht gezahlt. Was alles untergegangen ist, wird sich erst noch zeigen. Es ist zum Heulen. Hoffentlich nicht die Waldorfspielsachen und die Bücher; genauso das teure Therapiespielzeug, das mein Sohn damals als Kind brauchte.

Einen Schritt nach dem anderen, wird schon wieder werden. Es hat auch sein Gutes. Jetzt wird alles entsorgt, was wir nicht brauchen. Die alte Trennwand mitten im Raum, die mein Papa noch aufbaute, kommt weg und die Uralt-Regale kommen raus. Das wird eine Menge Arbeit.
Ich bin echt schon am Überlegen, ob ich mir nach der ganzen Reinigung und Trockenaktion den Keller nicht hellblau oder Flieder streiche.


Immerhin haben einige liebe Bloggerinnen auch ihre Speisekammern, Keller und Küchen radikal schön gezaubert. Ich hatte die schönen Bilder richtig verschlungen und fand die Ideen, die sie hatten, herrlich. Der Gedanke ist wunderbar und macht mir im Chaos richtig Mut. An irgendetwas muss man sich hochziehen. Zum leise hinein Weinen ist noch keine Zeit, das kommt bestimmt noch.
So jetzt wird Zeit, dass ich wieder nach unten komme. Es ist mittlerweile nach 23.00 Uhr; wir richten alles fürs Ablaufen her und gehen dann in die Badewanne und ins Bett. Morgen in der Früh geht’s dann weiter. Die Wand hat sich nun einen halben Meter mit Wasser vollgesogen, aber es steht nur noch 6 cm hoch auf dem Boden. Das heißt, die Pumpe kommt langsam nach. Hoffentlich versiegt das Bächlein bald. 

Meine zwei Lieben hatten nur heute frei. Morgen muss mein Mann in die Arbeit und mein Sohn in die Berufsschule, also bin ich in der Nacht mit schauen dran. Aber zuerst muss ich ein paar Stunden schlafen. Heute Morgen schafften wir nur 2 Stunden zu schlafen, dann läutete das Telefon und wir waren wieder auf und dann unten im Keller.

Seid nicht böse, wenn ich eure Blogs nicht so schnell besuchen kann, oder mich zurückmelden, aber ich lese in der Zwischenzeit und werde mich auch bei dem einen oder anderen Mal kurz melden. Es muss ja mindestens jede Stunde auch in der Nacht jemand kontrollieren, dass sich die Pumpe aufgrund der doch zu niedrigen Schachthöhe einschaltet. Somit werd ich auch in der Zwischenzeit mal durch die Blogs „reisen“ können.

Liebe Grüße aus dem Bächleinhaus

Susi


Kommentare:

  1. Oh mein Gott, das hört sich aber schlimm an. Ihr Armen. Und das mit der Versicherung ist auch eine Tragik. Wir hatten auch einmal einen Rohrbruch im Keller und der stand dann auch 20 cm unter Wasser. Zum Glück hat da die Versicherung gezahlt. Ich hoffe wirklich, dass das Wetter endlich besser wird und der Inn wieder in seine normalen Bahnen geht.

    Liebe Grüße
    Anna

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  2. Oh nein! Ich denke an Euch und hoffe, dass das Wasser schnell wieder weggeht!

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  3. Hallo du "Wasserratte", wie sieht es aus, konntest du ein wenig schlafen und geht die Flut zurück? Kann man irgendetwas für Dich tun?
    Die Bilder im Fernsehen und Internet bleiben doch irgendwie fern, wenn dann jemand betroffen ist, den man "kennt", dann bekommt das ganze ein Gesicht und damit auch Gewicht! Ich knuddel dich aus der halbwegs trockenen Ferne
    Astrid

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  4. ach mensch, du Arme... ich drück dich ganz doll.. wir hatten bis jetzt richtig Glück.. aber im Nordosten der Schweiz wars leider auch so nass...
    liebe Grüsse BArbara

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  5. Oh jeeeee, das klingt aber gar nicht gut... :-(
    Ich drück' Dich und wünsch' Euch Bärenkräfte und gute Nerven.

    Liebe Brummbärengrüße
    vom Tinchen

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  6. Oh nein, das ist so schlimm! Liebe Susi, ich drück Dich aus der Ferne, auch wenn es im Moment nicht viel hilft.
    Wenn Du irgendetwas brauchst, melde Dich bitte.

    Liebe Grüße
    Alva

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  7. Vielen lieben Dank für's Rückenstärken. Eure liben Worte haben mir so gut getan. Ich würd euch am liebsten ganz lang und fest knuddeln, jeden einzelnen von euch.
    Unser Bächlein läuft immer noch, aber es wird weniger. Mittlerweile haben wir zwar einen kleinen, aber trockenen Abstellraum bekommen. Ein Teil vom schlimmen Keller konnten wir dort unterbringen. Jetzt ist genügend Platz zum Aussortieren und leider auch zum Wegwerfen. Wir versuchen zu retten, was geht. Aber andere hat es noch viel schwerer getroffen, daher seh ich es nicht mehr so schlimm.
    Heute Abend können wir wieder mal am Fernseher sitzen und zwei, drei Stunden entspannen. Ihr könnt euch nicht vorstellen, wie schön das ist. Wir sind guter Hoffnung und mit viel Glück versiegt morgen oder übermorgen das Bächlein und dann kann der Keller getrocknet werden.
    Drück euch alle ganz lieb
    Susi

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  8. Liebe Susi,
    ich fühle ganz sehr mit Dir. Die Zeilen hier machen mir eine ganz dicke Gänsehaut. Heute kommt das Wasser in Dresden nicht höher, aber es hat wie 2002 so irre viel überschwemmt. Wir sind knapp verschont geblieben, ich kann gar nicht ausdrücken, wieviel Erleichterung ich empfinde.
    Nun habt Mut und Kraft alles wieder zu trocknen und säubern. Ich denke ganz sehr an alle Betroffenen.
    Liebe Rosaliegrüße

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    1. Hallo Rosalie,
      danke für die lieben und ermutigenden Worte. Wir sind schon fleißig am Aufarbeiten. Es wird zwar noch ne ganze Weile dauern, aber ich bin wieder guter Dinge.
      Ich halt dir die Daumen, dass das Wasser bei euch nicht am Wochenende weiter steigt.
      Sei lieb gegrüßt
      Susi

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